KI-Kompetenzpflicht entschärft

Grafik zur KI-Kompetenzpflicht mit der Frage Ist KI-Kompetenz nicht mehr wichtig und der Angabe, dass 66 Prozent der Unternehmen die KI-Kompetenz ihrer Leute als gering einschätzen

Verfasst von

in

, ,

Die EU hat die KI-Kompetenzpflicht entschärft. Bisher hieß es, Unternehmen müssten Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass ihre Mitarbeitenden über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen. Jetzt müssen diese Maßnahmen die Entwicklung der KI-Kompetenz nur noch unterstützen.

Kurz: Es zählt nicht mehr das Ergebnis, sondern das Bemühen.

Was die entschärfte KI-Kompetenzpflicht noch verlangt

Am Bedarf ändert die neue Formulierung nichts. Immer mehr Unternehmen setzen KI ein. 66 Prozent von ihnen schätzen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten als gering ein (Quelle: Bitkom 2026). Die Pflicht ist weicher geworden, die Lücke ist dieselbe geblieben.

Warum die KI-Kompetenzpflicht allein nichts bringt

Ich kann die Änderung nachvollziehen. Gerade kleine Unternehmen wussten kaum, was ein „ausreichendes Maß“ heißen soll, und schon gar nicht, wie sie es nachweisen sollen. Insofern ist die neue Fassung vielleicht sogar ehrlicher. Sie verspricht nicht mehr, was ein Gesetz gar nicht leisten kann.

Aber ich sehe in vielen Unternehmen, dass die Mitarbeitenden kaum unterstützt werden. Erwartet wird vielmehr, dass sie sich KI-Kompetenz irgendwie selbstständig aneignen.

Ich verdiene mein Geld unter anderem mit KI-Schulungen. Dass ich den Bedarf betone, liegt also nahe, und mein Blick ist nicht neutral. Begründet ist meine Haltung trotzdem nicht nur aus meiner Tätigkeit heraus: Zwei Drittel der Unternehmen sagen selbst, dass ihre Leute nicht gut mit KI umgehen können. Das ist die Selbstauskunft der Betroffenen.

Was KI-Kompetenz über Werkzeugwissen hinaus bedeutet

KI-Kompetenz heißt für mich nicht nur, zu wissen, welches Werkzeug was kann und wie man es bedient. Kompetent ist, wer einer plausiblen Antwort widerspricht, wenn sie nicht stimmt. Wer merkt, wann er ein Ergebnis nicht beurteilen kann. Und wer weiß, welche Daten er nicht eingeben sollte, und warum.

Für Unternehmen ändert die KI-Kompetenzpflicht wenig

Das lernt niemand per Verordnung und selten in einer einzelnen Schulung. Es ist ein ständiger Lernprozess, auf den man sich bewusst einlassen muss.

Wer KI einsetzt, braucht Leute, die sie verantwortungsvoll einsetzen und die Ergebnisse beurteilen können. Ob das Gesetz es verlangt oder nicht.

Der Beitrag zur KI-Kompetenzpflicht auf LinkedIn

Hier geht es zum Beitrag auf LinkedIn: Ist KI Kompetenz nicht mehr so wichtig?