Ermittlungen im Zusammenhang mit LinkedIn Posts zum Thema generative KI:
Die selbsternannte KI Polizei patrouilliert mit feinem Sensorium für generische Phrasen, verdächtig klingenden Satzkonstruktionen und einer womöglich unnatürlich anmutenden Dichte an Gedankenstrichen durch Kommentarspalten, scannt Inhalte nach verdächtigen Formulierungen und …
,,, schlägt zu. Öffentlich. Mit schwacher Rhetorik und viel moralischer Überlegenheit.
📢 Was genau bringt diese kollektive Entrüstung?
𝐍𝐢𝐜𝐡𝐭𝐬.
Denn die Ironie dieser Reaktion: Je mehr wir diese substanzarmen Beiträge kritisieren, desto sichtbarer werden sie. Jedes vermeintlich aufklärerische Kommentarfeuerwerk ist eine Einladung an den Algorithmus: „Bitte mehr davon. Das bringt Interaktion.“
Während gleichzeitig die leisen, klugen, differenzierten Inhalte durchs Raster fallen, weil sie niemanden aufregen, sondern einfach nur gut, aber keine Einladung zum Kommentieren sind und still konsumiert werden.
Der Algorithmus lernt nicht durch Entrüstung, sondern durch Engagement. Jeder „entlarvende“ Kommentar ist ein Premium-Signal.
Wenn Beiträge und Kommentare, die offensichtlich keinem menschlichen Denken entspringen, noch von menschlichem Intellekt überarbeitet wurden einfach ignoriert würden, würde auch der Algorithmus die Konsequenzen ziehen und solche „Content Creators“ weniger ausspielen.
𝐕𝐨𝐫𝐬𝐜𝐡𝐥𝐚𝐠 𝐟ü𝐫 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐰𝐢𝐫𝐤𝐮𝐧𝐠𝐬𝐯𝐨𝐥𝐥𝐞𝐧 𝐒𝐭𝐫𝐚𝐟𝐞𝐧𝐤𝐚𝐭𝐚𝐥𝐨𝐠:
🚫 Ignorieren (weiterscrollen)
🚫 Muten (beim Beitrag oben die drei Pünktchen klicken und „nicht interessiert“ wählen)
🚫 Nicht mehr folgen (oben die drei Pünktchen klicken und „… nicht mehr folgen“ wählen)
💎 Oder (crazy idea?) mal wieder was richtig Gutes 𝐭𝐞𝐢𝐥𝐞𝐧.
Also: gute Inhalte liken, kommentieren und teilen, denn so lernt der Algorithmus, was du in deinem Feed sehen möchtest und spielt mehr ähnliche Beiträge aus.
Ich wünsche mir jedenfalls mehr Inhalte, die mitdenken statt performen, die irritieren, ohne zu provozieren und die sich nicht durch Bindestriche verdächtig, sondern durch ihren Gehalt bemerkbar machen.
Wenn du Content kennst, der dem nährstoffarmen Algorithmusbrei etwas entgegensetzt, dann teile ihn in den Kommentaren, damit unser Feed wieder ein Ort der Anregung wird und nicht nur ein All-you-can-eat-Buffet synthetischer Reize.
Warum KI-Ethik, generative KI und synthetische Inhalte das vertrauen Herausfordern
Content galt einmal als Königsdisziplin. Wer etwas zu sagen hatte (und nicht nur zu wiederholen) dem wurde zugehört. Authentizität war keine Worthülse, sondern Voraussetzung: Aufmerksamkeit bekam nur, wer ein Mindestmaß an Relevanz und Originalität mitbrachte. Fragen nach Content-Governance oder Corporate Digital Responsibility stellte kaum jemand, weil sich die Grenzen zwischen eigenem Erleben und öffentlicher Darstellung selten verschoben.
Vertrauen entstand aus Erfahrung, nicht aus synthetischen Inhalten oder cleverem Packaging.
Heute reicht ein halbgarer Prompt, eine solide Mischung aus Worthülse und Schlagwort, ein bisschen psychologisches Nudging und schon strömt das vermeintlich Wertvolle in die Feeds.
Was früher als Ausdruck von Persönlichkeit galt – ein Standpunkt, ein Erfahrungswert, eine echte Auseinandersetzung – gerät im Strom der generierten Formulierungen zur austauschbaren Simulation. Nichts davon kratzt an der Oberfläche. Und noch weniger dringt darunter.
Das ist ein stiller Rückzug von der Idee, dass Worte einen Ursprung haben sollten. Oder wenigstens einen Zusammenhang zur gelebten Wirklichkeit.
𝐃𝐢𝐞 𝐧𝐞𝐮𝐞 𝐖ä𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠 𝐡𝐞𝐢ß𝐭 𝐏𝐥𝐚𝐮𝐬𝐢𝐛𝐢𝐥𝐢𝐭ä𝐭.
Wer überzeugend formulieren kann, oder besser: generieren lässt, braucht kein Erlebnis mehr, auch kein Wissen und keine Geschichte. Es genügt, dass es sich „echt anfühlt“. Der Rest ist Packaging.
So entstehen Testimonials von Menschen, die nie Kunde waren und Thought Leadership von Avataren, deren Gedanken eine Datenbank ist. Was in diesem Spiel zählt, ist nicht Authentizität, sondern Glaubwürdigkeit. Und Glaubwürdigkeit lässt sich mittlerweile hervorragend simulieren.
Natürlich kann man jetzt einwenden, dass es im Marketing noch nie um Wahrheit ging, sondern um Wirkung. Im Kontext von KI verschärft sich dieser Widerspruch. Denn je müheloser Inhalte erzeugt werden können, desto mehr stellt sich die Frage: Was ist eigentlich noch „gemeint“? Wer trägt Verantwortung für das Gesagte, wenn es technisch korrekt, aber inhaltlich leer ist?
Die ethische Bruchlinie verläuft nicht entlang der Frage „KI – ja oder nein“, sondern: Welche Gedanken sind uns wichtig genug, um sie selbst zu durchdringen, statt sie generieren zu lassen?
Und was sagt es über unsere Kommunikationskultur aus, wenn wir Wahrheit gegen Effizienz eintauschen?
𝐕𝐞𝐫𝐭𝐫𝐚𝐮𝐞𝐧 𝐢𝐬𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐬𝐤𝐚𝐥𝐢𝐞𝐫𝐛𝐚𝐫
Ich nutze generative KI täglich mit Begeisterung. Aber ich plädiere für eine Rückbesinnung auf das, was durch Technologie nicht ersetzt werden kann: Erfahrung und reflektierte Haltung.
Vertrauen lässt sich nicht automatisieren. Es entsteht im Zwischenraum zwischen Worten und Wirklichkeit.
Und genau dieser Raum ist es, den wir schützen sollten, bevor er uns verloren geht.
Zwischen Wahrheit und Wirkung – wo positionierst du dich?
Methoden, Insights & Prompt Guide
Solche Aussagen hast du sicher schon mehrfach auf LinkedIn gelesen. Die gängigen Anleitungen klingen ungefähr so: Standard-Prompt in ChatGPT werfen und fünf Posts auf dem Silbertablett erhalten. Korrekturlesen? Geschenkt. Das Custom-GPT weiß ja, was es tut:
✅ Offene Halbsätze zwingen zum „Mehr anzeigen“ -> FOMO Hook und Cliffhanger am Zeilenende
✅ Kurz hält die kognitive Last niedrig -> 8-10 Wörter pro Satz
✅ 1 Satz = 1 Absatz (Whitespace pumpt die Dwell Time)
✅ Fachbegriffe raus (simple Wörter pushen die Verständlichkeit um 30%)
✅ Leseniveau 7–9. Klasse -> Flesch Reading Ease ≥ 60
✅ egal wenn die erfunden sind, checkt eh keiner -> Konkrete Zahlen statt „deutlich“, „stark“
Das Ergebnis: perfekter Algorithmus-Futterbrei. Standardisiert durchoptimiert, gut durchgekaut.
Aber ist das noch Inhalt, oder nur noch Output?
Ich wünsche mir, dass solche Formate öfter im Feed stummgeschaltet werden. Nicht, um irgendwen zu strafen, sondern um ein Zeichen zu setzen: Qualität entscheidet. Und diese Entscheidung können wir nicht dem Algorithmus überlassen.
𝐀𝐛𝐞𝐫 𝐒𝐜𝐡𝐥𝐮𝐬𝐬 𝐦𝐢𝐭 𝐌𝐞𝐜𝐤𝐞𝐫𝐧, her mit Lösungen.
Ich zeige hier, wie ich meine Posts mit Hilfe von KI erstelle. Nicht aus der arroganten Annahme heraus, dass ich es besser mache sondern um zu zeigen, dass und wie es auch anders geht:
FÜR KI
GEGEN Contentmüll.
𝐖𝐢𝐞 𝐥ä𝐬𝐬𝐭 𝐬𝐢𝐜𝐡 𝐠𝐞𝐧𝐞𝐫𝐚𝐭𝐢𝐯𝐞 𝐊𝐈 𝐟ü𝐫 𝐟𝐮𝐧𝐝𝐢𝐞𝐫𝐭𝐞 𝐑𝐞𝐜𝐡𝐞𝐫𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐞𝐢𝐧𝐬𝐞𝐭𝐳𝐞𝐧?
Heute teile ich meine Erfahrungen aus Deep Research Projekten für unterschiedliche Bereiche von Finanzdienstleistung über Marketing bis Journalismus. Ich habe daraus einen kompletten Leitfaden erstellt, den ihr euch unten herunterladen könnt.
Mein Leitfaden basiert auf einer zweistufigen Herangehensweise, die sich in der Praxis bewährt hat, um strukturierte, tiefgehende und belastbare Ergebnisse zu erzielen:
1. Meta-Prompt als methodischer Rahmen
Statt direkt ins Thema einzusteigen, wird zunächst ein strukturierter Prompt für die nachfolgende Recherche generiert mithilfe eines Meta-Prompts.
Dieser umfasst:
– Zielsetzung & Stakeholder
– Fragestellung(en)
– relevante Datenquellen
– Datentypen (qualitativ / quantitativ)
– Analyseperspektiven
– Validierungsschritte
– Ausgabeformate
𝐃𝐞𝐫 𝐕𝐨𝐫𝐭𝐞𝐢𝐥: Der Meta-Prompt verhindert vorschnelle Vereinfachungen, reduziert Bias, schafft Klarheit über die Zielrichtung und sorgt so für eine systematische Tiefenbohrung, statt bloßer Themenabarbeitung.
2. Contrarian Prompte zur Validierung
Das Ergebnis wird nicht einfach übernommen, sondern gezielt hinterfragt.
Dazu kommen Contrarian Prompts zum Einsatz: eine wirkungsvolle Technik, um blinde Flecken und implizite Annahmen im Ergebnis kritisch sichtbar zu machen:
– Was wäre ein gutes Argument gegen diese These?
– Warum könnte die gängige Sichtweise irreführend sein?
– Wie sähe das Gegenteil aus und wo hätte es vielleicht sogar Berechtigung?
Diese Gegenfragen helfen, die Konsistenz und Tiefe der Rechercheergebnisse zu prüfen, gerade in komplexen oder normativ aufgeladenen Themenfeldern.
📥 𝐃𝐮 𝐰𝐢𝐥𝐥𝐬𝐭 𝐝𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐥𝐥𝐬𝐭ä𝐧𝐝𝐢𝐠𝐞𝐧 𝐋𝐞𝐢𝐭𝐟𝐚𝐝𝐞𝐧?
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Das Netz ist voll von diesen Informationen. Aber bitte schaltet wieder euer Denken ein!
Neueste Episode der Hacks: Eine absurde Flut von „Selbsterkenntnis-Prompts“. Ausgelöst durch die neue Memory-Funktion von Chat GPT:
🤖 „Basierend auf all unseren Chats, was sind meine Werte, Motive und Bedürfnisse?“
oder noch abenteuerlicher:
🤖 „…, was sind meine äußeren Probleme, meine inneren Probleme und meine philosophischen Probleme?“
Oder auch einfach
🤖 „…, wie hoch ist mein IQ?“
Ich frage mich, was jemand geraucht hat, der so einen Blödsinn verbreitet.
Wollt ihr euch wirklich von ChatGPT sagen lassen, welche Werte ihr habt, was euch antreibt oder welche tiefliegenden Probleme euch beschäftigen? Auf Basis von ein paar Chats zu verschiedenen geschäftlichen Themen?
KI als eine Art allwissendes Orakel für Selbsterkenntnis zu betrachten, ist ein wenig so, als würdet ihr euren Toaster fragen, wie ihr euren Morgen gestalten sollt: Er mag wissen, wie ihr euren Toast mögt, aber eure Werte und Lebensfragen sind ihm egal.
Du fragst ja auch nicht deinen Kühlschrank, ob du satt bist, nur weil er deine Lebensmittel aufbewahrt.
Ich beobachte, wie leichtfertig die neue Memory-Funktion von ChatGPT missverstanden und überschätzt wird. Denken wird ausgelagert und KI zur Quelle der Selbstfindung gemacht. Aber echte Werte entstehen nicht aus einer statistischen Analyse eurer Chatverläufe. Werte, Motive und Bedürfnisse sind etwas, das ihr bewusst selbst definieren müsst, bevor ihr überhaupt anfangen könnt, KI sinnvoll einzusetzen.
Versteht mich nicht falsch: KI ist ein unglaublich nützliches Werkzeug und es gibt sehr gute und sinnvolle Einsatzbereiche für die Memory Funktion. Aber Chat GPT ist ein Werkzeug, kein Spiegel deiner Seele, kein Messinstrument für Intelligenz oder Persönlichkeit.
Wenn ihr Klarheit wollt, müsst ihr zuerst euren eigenen Kopf bemühen. Nutzt KI zur Unterstützung eurer Gedankenprozesse, aber ersetzt niemals euer eigenes kritisches Denken und eure Selbstreflexion durch maschinengenerierte Erkenntnisse.
Denn letztlich entscheidet das, was zwischen euren Ohren passiert, darüber, ob ihr KI sinnvoll nutzt oder einfach nur Zeit verschwendet.
❓Wie siehst du das? Vertraust du darauf, dass KI dir tiefere Einblicke in deine Persönlichkeit geben kann, oder hältst du das auch für einen bedenklichen Trend?
KI denkt nicht, fühlt nicht und sie glaubt auch nicht, dass ihr Ergebnis „richtig“ ist.
Sie rechnet, und was dabei herauskommt, nennen viele Fortschritt. Ich auch. Aber nur, wenn ich selbst noch weiß, warum ich etwas veröffentliche, entscheide oder übernehme.
Was mich beschäftigt ist nicht, dass KI uns dumm macht, denn das ist nicht korrekt. Das Problem ist, dass wir anfangen, sie zu benutzen, ohne zu denken.
Aber dieses Problem ist lösbar – meine Maßnahme dagegen:
Wer generative KI nutzt, braucht eine eigene Definition of Done (DoD) = Ein persönlicher Maßstab, der sagt: Dieses Ergebnis ist tragfähig. Durchdacht. Vertretbar.
Meine DoD beinhaltet folgende Punkte:
🗸 Ich habe verstanden, wie der Output zustande kam.
🗸 Ich erkenne, wo Interpretation beginnt.
🗸 Ich bin bereit, dieses Ergebnis mit meinem Namen zu unterschreiben.
🗸 Ich denke nicht nur: „Wow, wie schnell“ – sondern auch: „Ja, das bin ich.“
𝐈𝐜𝐡 𝐞𝐦𝐩𝐟𝐞𝐡𝐥𝐞 𝐝𝐢𝐞𝐬𝐞 𝐝𝐫𝐞𝐢 𝐏𝐫𝐢𝐧𝐳𝐢𝐩𝐢𝐞𝐧:
1️⃣Analyse statt Akzeptanz.
KI liefert mir keinen Endpunkt. Sondern einen Startpunkt. Ich frage: Warum? Worauf basiert das? Was fehlt?
2️⃣Urteilsvermögen statt Eloquenz.
Ich vertraue nicht dem Output – sondern meinem Urteil über den Output.
3️⃣Eigenleistung statt Echo.
Ich verknüpfe, was KI mir liefert, mit dem, was ich weiß. Erst dann entsteht etwas, das wirklich Substanz hat.
Und genau deshalb braucht es diese eigene, innere „Definition of Done“.
Damit wir nicht nur schneller werden, sondern auch besser.
Vermeide das Abschalten des Denkens im Schatten der Automatisierung. Denn KI macht nicht dumm - außer du lässt es zu. Denn Künstliche Intelligenz braucht keine Werte. Aber Du.
