Agentische KI: Prompting wird Delegieren

Dunkelblaue Grafik mit dem Schriftzug Nicht schon wieder ein Agent zum Thema agentische KI

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Der Agent steckt längst in ChatGPT, in Claude, in Copilot. Das Chatfenster ist ein System geworden, das Dateien öffnet, Schritte plant und Ergebnisse eigenständig dort ablegt, wo sie hingehören. Agentische KI ist damit kein eigenes Produkt mehr. Aber „agentisch“ verkauft sich immer noch gut.

Was agentische KI eigentlich heißt

Ein Chat antwortet – ein Agent handelt: Er zerlegt eine Aufgabe in Schritte, wählt Werkzeuge, prüft Zwischenergebnisse und entscheidet, was als Nächstes passiert.

Nicht alles, was sich agentisch nennt, tut das. Vieles ist ein fester Ablauf mit einer Schleife darin – nützlich, aber vorgegeben.

Die Unterscheidung entscheidet vor allem darüber, wie viel ich prüfen muss. Je mehr das System selbst entscheidet, desto weniger sehe ich, wie das Ergebnis zustande gekommen ist. Und umso verlockender ist es, nicht mehr selbst mitzudenken.

Prompting für agentische KI: vom Formulieren zum Delegieren

In meiner Arbeit mit KI hat sich etwas verschoben. Ich formuliere kaum noch Prompts im herkömmlichen Sinn. Ich beschreibe Aufträge.

Für wiederkehrende Arbeit habe ich Skills und Projekte mit festen Anweisungen angelegt. Die eigentliche Arbeit steckt in dem, was vorher festgelegt wird. Was soll entstehen? Was darf der Agent selbst entscheiden? Und dann: Woran erkenne ich, dass das Ergebnis stimmt?

Fragen, die mit Technik wenig zu tun haben. Es sind Führungsfragen.

An KI-Agenten delegieren oder blind abgeben?

Wer nicht prüfen kann, was zurückkommt, delegiert nicht. Er gibt ab.

Aber Prüfen setzt Fachwissen voraus. Und je besser die Agenten werden, desto überzeugender sehen ihre Ergebnisse aus – auch die falschen.

Deshalb lasse ich die KI nichts machen, ohne vorher meinen eigenen Denkprozess einzubringen. Was will ich erreichen? Worauf kommt es an? Erst dann gebe ich den Auftrag.

Und auch dann gilt eine feste Regel: erst den Plan zeigen, dann auf mein Go warten. Das kostet Zeit. Diese Zeit ist genau der Unterschied zwischen einem Werkzeug, das für mich arbeitet, und einem, dessen Ergebnis ich nur noch abnicke.

Was von Prompting bleibt, wenn agentische KI Standard wird

Wenn Agenten Standard werden, wird Prompting nicht überflüssig. Aber Prompting bedeutet immer mehr, Arbeit so zu beschreiben, dass jemand anders sie erledigen kann. Und hinterher braucht es die Fähigkeit, zu erkennen, ob die Arbeit gut erledigt ist.

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